Wengen bleibt doch im Langzeit-Kalender – vorerst

24.05.2020

In die "Lauberhorn-Affäre" ist weitere, positiv behaftete Bewegung gekommen. Swiss Ski macht einen Schritt auf das OK der Lauberhornrennen zu und zieht den Antrag zurück, Wengen im Langzeit-Kalender der FIS durch das Länderkürzel "SUI" zu ersetzen. Zudem lässt ein privater Gönner Wengen via Swiss Ski 300'000 Franken als Finanzspritze zukommen.

Wengen bleibt auch in den nächsten Jahren Publikumsmagnet. – Foto: GEPA pictures

Übers Wochenende ist ordentlich Bewegung in die Affäre rund um die Lauberhornrennen gekommen. Die jüngste Entwicklung ist die, dass in der Diskussion um die künftige Finanzierung der Lauberhornrennen Swiss-Ski am Sonntag (24. Mai) einen weiteren Schritt auf das Organisationskomitee des Weltcups in Wengen zugegangen ist. Der Schweizer Skiverband hat sich aufgrund einer grossen Spende und verschiedener positiver Signale dazu entschieden, seinen Antrag, „Wengen“ im Long-Term-Kalender 2021/22 des Weltcups durch „SUI“ (Schweiz) zu ersetzen, bis auf Weiteres zurückzuziehen.

Am Wochenende wurde Swiss-Ski darüber in Kenntnis gesetzt, dass der Unternehmer und Swiss-Ski Gönner Jörg Moser dem Skiverband eine Spende über 300’000 Franken zukommen lässt, um die Lauberhornrennen in Wengen zu unterstützen. Der Betrag entspricht in etwa dem strukturellen Defizit einer Austragung des Weltcups in Wengen. Entsprechend ermöglicht die Spende, Zeit zu gewinnen, um die Verhandlungen zu einem guten Ende zu bringen und so jenen Antrag zurückzuziehen, den Swiss-Ski im FIS Weltcup-Komitee am vergangenen Mittwoch gestellt hatte – nämlich Wengen im Langzeitkalender der FIS durch den Platzhalter „SUI“ zu ersetzen (skinews.ch berichtete).

Im Kontext seines Drei-Punkte-Plans als Lösungsansatz im Hinblick auf die künftige Finanzierung der Rennen am Lauberhorn habe Swiss-Ski überdies viele positive Signale aus der Politik erhalten, teilt der Verband in einer Medienmitteilung mit. Verschiedene Berner Politiker hätten Swiss-Ski gegenüber ein starkes Commitment abgegeben. Der am vergangenen Freitag von Urs Lehmann in Zürich präsentierte Drei-Punkte-Plan von Swiss-Ski sieht als zweite Stufe nach einer Optimierung der Vermarktung der Lauberhornrennen vor, dass die Berner Weltcups eine stärkere Unterstützung durch die öffentliche Hand erfahren sollen. Analysen von Swiss-Ski hatten ergeben, dass die Berner Weltcup-Veranstalter – also auch jene in Adelboden – von der öffentlichen Hand viel weniger unterstützt werden als jene in den Kantonen Wallis und Graubünden.

Als sehr starkes Zeichen wertet Swiss-Ski insbesondere das Engagement von Bundesrätin Viola Amherd. Die Sportministerin empfängt am kommenden Donnerstag (28. Mai ) Swiss-Ski Präsident Urs Lehmann, Wengens OK-Präsident Urs Näpflin, BASPO-Chef Matthias Remund und Christoph Ammann, Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektor des Kantons Bern zu einem gemeinsamen Treffen.

Mit dem heute Sonntag angekündigten Rückzug des Antrags beim FIS-Council gehe Swiss-Ski in eine Vorleistung, hält der Skiverband fest. Aufgrund der vielen positiven Rückmeldungen gehe man bei Swiss Ski davon aus, dass in der kommenden Woche der am Freitag erläuterte Drei-Punkte-Plan umgesetzt werden könne. Nach der Präsentation dieses Lösungsansatzes hatte sich Wengens OK-Präsident Urs Näpflin in den Medien klar dahingehend geäussert, dass aufgrund dieses Drei-Punkte-Plans in der kommenden Woche eine Lösung gefunden wird.

Trotz des Rückzugs des Antrags, Wengen im Long-Term-Kalender der FIS durch „SUI“ zu ersetzen, hält Swiss-Ski aber im Communiqué noch einmal deutlich fest, dass der Schweizer Skiverband die vom Organisationskomitee in Wengen beim Internationalen Sportgerichtshof TAS platzierte Forderung von zusätzlich jährlich einer Million Franken weder erfüllen könne noch wolle. „Swiss-Ski bietet Hand, wir wollen auch künftig spektakuläre Lauberhornrennen vor einer einmaligen Bergkulisse, aber nicht um jeden Preis“, bekräftigt Swiss-Ski Präsident Urs Lehmann seinen am Freitag bereits deutlich geäusserten Standpunkt.

Quele: Swiss Ski

 

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