Happy Birthday, Bernhard Russi

20.08.2018

Der Olympiasieger, Weltmeister, Weltcupsieger, Liebling der Nation, Sunnyboy, Frauenschwarm, TV-Expert, Pistenbauer, Familienmensch und zweifache Vater hat Geburtstag. Der Urner feiert heute (20. August) seinen 70. Alles Gute, Bernhard Russi.

Bernhard Russi. – Foto: GEPA pictures

„70 ist irgendwie eine magische Zahl, weil 1970 für mich mit dem WM-Titel ein zweites Leben angefangen hat“, sagte Bernhard Russi im Geburtstags-Interview mit dem Schweizer Fernsehen. In Bezug auf das Alter aber sage ihm die Zahl 70 nicht mehr oder weniger als 69,5 oder 71. „Ich würde nichts, überhaupt nichts anders machen. Im Moment der Entscheidung ist man überzeugt davon, das Richtige zu tun“, so der Jubilär, der seine Ziele – Abenteuer, Expeditionen – nach der überstandenen Rückenoperation weiterhin engagiert verfolgen will.

Als 21-Jähriger ist Bernhard Russi in Gröden zum Weltmeistertitel in der Abfahrt gefahren. Mit diesem Erfolg bekam am 15. Februar 1970 ein Sportler das Startkapital für eine Weltkarriere und das Zeug für einen Nationalhelden geliefert. Der Urner sollte später Olympiasieger (1972) werden, Olympia-Silber (1976) gewinnen und bei zehn Weltcup-Rennen zuoberst auf dem Podest stehen dürfen. Die Duelle mit Franz Klammer (Österreich) und/oder Rolland Collombin waren legendär und wurden zu TV-Hits und Strassenfegern (vgl. Franz Klammers offener Geburtstagsbrief an Russi).

 

1978 beendete Bernhard Russi seine grosse Karriere. Dem Skisport aber ist der ewig junge Russi immer treu geblieben – zum Beispiel als Pistenbauer, TV-Co-Kommentator oder Zeitungskolumnist. Seine landesweite Popularität hat aus dem Andermatter auch ein beliebtes Testemonial gemacht und eine Automarke und ein Brillenhersteller werben noch heute gerne mit dem Konterfei des Abfahrtsolympiasiegers. 1979, als die Werbung für Subaru über die Bildschirme zu flimmern begannen, schuf er sich mit diesem Werbevertrag nicht nur Freunde. Russi wurde damals für etwas angefeindet, was heute im Profisport Gang und Gäbe ist. Dass er sich als Stuntman für den James-Bond-Film „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ ein Zubrot verdiente und als Sänger (Winter isch kei Winter ohni Schnee», vgl. Video unten) versuchte, ist bekannt und mit mehr oder weniger Humor von der Öffentlichkeit zur Kenntnis genommen worden. Nachhaltig geschadet haben ihm derartige Dinge nicht, Bernhard Russi blieb und ist ein „Liebling der Nation“.

Russis Geschichte, die privat auch von Schicksalsschlägen gezeichnet war, wird in einem Dokumentarfilm des Schweizer Fernsehens („Von hohen Gipfeln und dunklen Tälern“) eindrücklich nachgezeichnet. Mit den von Russi gesprochenen Worten „ich bin ein glücklicher Mensch“ endet dieser Film. Mit diesen Worten und diesem von ihm empfundenen Gefühl beginnt hoffentlich auch Bernhard Russis 71. Lebensjahr.

peg

 

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