Schweizer Ski-Legende Walter Tresch (†78) verstorben
01.09.2026
Walter Tresch, einstiger Lauberhorn-Sieger und Gewinner von Kombi-Silber bei den Weltmeisterschaften 1972 in Sapporo, ist im Alter von 78 Jahren verstorben.
Walter Tresch (†78). – Foto aus dem Jahr 2017: GEPA pictures
Die Ski-Schweiz hat eine ihrer Legenden verloren. Walter Tresch ist am Samstag im Alter von 78 Jahren nach langer Krankheit verstorben. Wie seine Familie mitgeteilt hat, sei der ehemalige Rennfahrer im Beisein seiner Familie friedlich eingeschlafen. Walter Tresch hinterlässt eine Frau, vier Kinder und sechs Enkelkinder.
Der Urner bestritt zwischen 1968 und 1978 Welt- und Europacup-Rennen und gehörte zu jener Generation, die ganze Familien vor die TV-Geräte gelockt hatte, um in der guten Stube bei den Rennen mitzufiebern. Vier Weltcup-Rennen, drei Kombinationen (1976 in Garmisch und in Kitzbühel, 1977 am Lauberhorn in Wengen) und eine Abfahrt (1971 in St. Moritz) konnte der Urner gewinnen. Zum Erfolg von 1971 gibt es eine besondere Anekdote. Das Rennen, das als Lauberhorn-Abfahrt in Wengen hätte stattfinden sollen, musste wegen Schneemangel ins Engadin verlegt werden. Mit einer späten Startnummer ins Rennen gegangen schnappte Tresch dem vermeintlichen Gewinner Bernhard Russi den Sieg noch weg. Viele Journalisten und Fotografen waren, so schreibt das „Urner Wochenblatt“ 2021 zum 50-Jahr-Jubiläum des Erfolges, jedoch schon auf dem Heimweg. Als sie via Radio vom Überraschungssieg hörten, drehten sie um. Weil niemand das „richtige“ Siegerbild hatte, wurde Tresch mit dem Pistenfahrzeug 500 Meter die Piste hoch gefahren, um für die Fotografen den Zielsprung wiederholen zu können. Im Jahr 977 beendete er seine Karriere als Weltcup-Athelt und bestritt danach noch während zwei Jahren Profi-Parallelrennen in Nordamerika.
Walter Tresch galt als klassischer Allrounder und war wegen seiner menschlichen Art bei Teamkollegen und Konkurrenten gleichermassen beliebt. Bei den Olympischen Winterspielen 1972 in Sapporo (JPN) und 1976 in Innsbruck (AUT) vertrat Walter Tresch den Schweizer Skiverband ebenso wie bei den Weltmeisterschaften 1972, 1974 (St. Moritz) und 1976. In Sapporo gewann der Urner sogar die Silbermedaille. Weil diese Disziplin 1972 als „nicht olympisch“ galt, erscheint sein Medaillengewinn in den Statistiken „nur“ als WM-Medaille.
Im Herbst 2025 war Walter Tresch auch beim Treffen der „Ski-Fritzen“, also der Schweizer Ski-Helden der ersten Weltcup-Jahre, in Arosa teil. Tresch und Bernhard Russi hängten dort sogar noch eine Golfrunde auf dem hochalpinen 18-Loch-Platz, einem der höchstgelegenen der Welt, an.