Laura Huber bestritt den Winter 2025/26 mit gebrochenem Wadenbein

Laura Huber. – Foto: GEPA pictures

15.04.2026

Es klingt unglaublich, ist aber wahr. Die 21 Jahre alte Berner Oberländerin Laura Huber hat die Saison 2025/26 mit einem gebrochenen Wadenbein bestritten. Am Dienstag (14. April) ist das Bein operiert worden.

Laura Huber. – Foto: GEPA pictures

Zwischen dem 27. November 2025 und 12. April 2026 hat Laura Huber 44 Europacup- und FIS-Skirennen bestritten. Dazu kommen viele Trainingsfahrten und Einheiten im Kraftraum oder auf dem Velo/Ergometer. Und das alles hat die 20 Jahre alte Berner Oberländerin – wie sich kürzlich erst herausgestellt hat – mit einem gebrochenen Wadenbein im linken Unterschenkel absolviert. Am Dienstag (14. April) ist der Knochen, der im unteren Drittel gebrochen war, in der Klinik Hirslanden operativ mit Platten verschraubt worden. Diese unglaubliche Geschichte hat ihren Anfang vor zwei Jahren genommen. Im Februar des Jahres 2024 hatte sich Laura Huber beim Riesenslalom-Training im Hasliberg eine Fraktur des linken Unterschenkels zugezogen. Im Februar 2025 bestritt sie zwei Rennen und entschied dann, dass das wirkliche Comeback im Winter 2025/26 über die Piste gehen soll.

Das Schienbein ist nach der Fraktur 2024, auch dank der Stabilisierung mit einem Marknagel, bestens verheilt. Das Wadenbein hingegen, das hat eine Röntgenaufnahme vor Beginn des Winters 2025/26 gezeigt, hat nach wie vor die nie wirklich verheilte Bruchstelle aufgewiesen. Die Ärzte haben eine Behandlung mit Spritzen zur Förderung der Knochenheilung begonnen und man war überzeugt, dass dieser konservative Weg erfolgreich sein wird. „Nach dieser Behandlung hatte ich auch wirklich ein gutes Gefühl und war überzeugt davon, dass der Knochen wieder zusammenwächst. Mit dieser Überzeugung bin ich dann auch wieder Ski gefahren“, erzählte Laura Huber im Gespräch mit skinews.ch.

Fliehkräfte in den Kurven hin, Belastungen bei der Landung nach Sprüngen her – Laura Huber fühlte sich so weit gut. Vielleicht auch, weil ihre Schmerztoleranz, gemäss ihrer eigenen Aussage, eine eher hohe sei. „Während eines Rennens habe ich keine Schmerzen verspürt“, sagt Huber. Das Adrenalin und die Freude am Sport hätten wie ein natürliches Schmerzmittel gewirkt. „Die Liebe zum Skifahren war grösser als der Schmerz.“

Mitte März aber wollte es die aufgrund ihrer Leistungen auf den kommenden Winter hin wohl ins B-Kader von Swiss Ski aufsteigende Rennfahrerin genau wissen. Weitere Röntgenaufnahmen (vgl. Bild links) zeigten dann ein überraschendes Bild: der Bruch des Wadenbeins war nicht verheilt, der Knochen noch immer in zwei Teilen. „Das hatte ich so definitiv nicht erwartet. Mit dem Wissen, dass der Knochen noch immer gebrochen ist, war es für mich mental ziemlich schwierig, die letzten Rennen zu bestreiten.“

Dennoch stand sie bei den Schweizermeisterschaften in St. Moritz am Start. In den beiden Speed-Rennen habe sie nicht ans Limit gehen können, sagt sie rückblickend. Die Verunsicherung sei zu gross gewesen. Die beiden „Nuller“ in der Abfahrt und im Super-G sind damit erklärt. „Einzig im Riesenslalom habe ich mich soweit gut gefühlt. Da habe ich gewusst, dass mein Skifahren trotz dieses Bruchs funktioniert.“ Ein siebter Platz – nur 68 Hundertstelsekunden hinter der Silbermedaille und 66 Hundertstel hinter Bronze – bestätigt das Gefühl der Athletin.

Jetzt muss Laura Huber, die auch als Geräteturnerin aktiv ist, während rund einem Monat an Krücken gehen. Danach darf sie sukzessive die Belastung steigern und – wenn die nächsten Röntgenbilder ein positives Ergebnis zeigen – vor Beginn der Saison 2026/27 könnten dann zum Teil die Metallteile aus dem linken Unterschenkel wieder entfernt werden. Der Marknagel im Schienbein bleibt, weil er nicht störend ist, im Knochen drin. Bevor aber für die Haslitalerin wieder Skifahren auf dem Programm steht, wird sie im Sommer in der Baufirma Ghelma in Meiringen im Personalbüro arbeiten. „Ferien sind nicht gross geplant. Vielleicht die eine oder andere Städtereise“, meint Laura Huber. Und sie freut sich bereits jetzt auf den Winter 2026/27 – dann hoffentlich wieder mit einem Wadenbein in einem Stück.

 

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