JWM: Sandro Manser verpasst Gold um drei Hundertstelsekunden
09.03.2026
Vor einem Jahr fehlten Sandro Manser fünf Hundertstelsekunden zu Super-G-Gold an den Junioren-Weltmeisterschaften. Heute waren es noch zwei Hundertstelweniger. Der Schwyzer muss sich in Narvik nur dem Franzosen Victor Haghighat geschlagen geben.
Sandro Manser, Junioren-Weltmeister Victor Haghighat und Jake Kertesz-Knight. – Fotos: JWSC Narvik 2026
Drei Rennen sind bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Narvik bisher gefahren worden, dreimal geht die Goldmedaille nach Frankreich. Nach Emy Charbonnier im Super-G und gemeinsam mit Ilona Charbotel in der Team-Kombi hat nun auch der 18 Jahre alte Franzose Victor Haghighat eine Goldene. Der Rennfahrer aus dem Val Thorens gewinnt den Sprint-Super-G bei schwierigen Bedingungen auf einer ruppigen und unruhigen Unterlage nach 40,36 Sekunden Fahrzeit mit drei Hundertstelsekunden Vorsprung auf den Schweizer Sandro Manser und 0,21 Sekunden vor Jake Kertesz-Knight aus Kanada.
Das Rezept, das dem Franzosen, der Ende Februar mit Platz 11 in der Abfahrt von Oppdal (NOR) sein bisher bestes Europacup-Resultat eingefahren hat, letztlich die Goldmedaille eingebracht sei ein relativ einfaches, wie er im Ziel gesagt hat. „Der Schlüssel zum Erfolg war heute, dass man bereit sein musste, mit eine gewissen Risiko zu fahren. Ich habe Risiko genommen und das hat funktioniert.“ Er sei sowohl am Start wie dann auch im Ziel auf dem Leadersessel nervös gewesen, sagte Haghighat. „Beide Momente waren mit unterschiedlichem Stress verbunden. Am Start war es die Vorbereitung und der Fokus auf das Rennen, im Ziel war es dann das Warten ob es reicht.“
Sandro Manser, für den die Junioren-Weltmeisterschaften nach diesem Rennen schon vorbei sind, ist mit dem Gewinn der Silbermedaille zufrieden, wie er im Zielraum-Interview gesagt hat. „Ich würde nichts anders machen, ich bin so Ski gefahren, wie ich es mir vorgenommen habe. Ich bin glücklich damit, wie es gekommen ist.“ Dabei hätte der Schwyzer eigentlich auch ein bisschen Grund für Ärger. Vor einem Jahr, bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Tarvisio, schnappte ihm der Deutsche Benno Brandis den Titel im Super-G mit einem Vorsprung von fünf Hundertstelsekunden weg, heute waren es gar nur deren drei.
Dass auf der Fjellheimloypa in Narvik überhaupt Rennen der Junioren-WM gefahren werden können, grenzt nach den Wetterkapriolen und den warmen Temperaturen der letzten Tag an ein Wunder. Der Stock der Piste wurde auf Beginn der Titelkämpfe hin fast völlig „zerstört“, so dass an die Durchführung der Abfahrtstrainings und der Abfahrtsrennen nicht zu denken gewesen ist. Für den gestrigen Wettkampftag wurde die Unterlage mit grossem Aufwand und vielen Helfern mit viel Salz so behandelt, dass immerhin ein verkürzter Super-G der Frauen und auch die Team-Kombi der Frauen haben ausgetragen werden können.
Heute, am Tag des Super-G und der Team-Kombi der Männer, musste im obersten Teil zuerst der gefallene Neuschnee, der ziemlich nass und schwer gewesen ist, aus der Piste geschafft werden. Danach drohte die Unterlage an zwei, drei Stellen zu brechen, so dass wieder mit Salz und Wasser gearbeitet werden musste. Dank des Einsatzes der Organisatoren konnte mit einer Stunde Verspätung dann zum Rennen gestartet werden. Nach etwas mehr als 40 Fahrsekunden kam für die Athleten aber bereits die Ziellinie. Wer einen grösseren Fehler gemacht hat, der war, wenn er noch im Rennen verblieben ist, im Kampf um die Medaillen chancenlos. Auf dieser kurzen Strecke war das Wiedergutmachen von einmal verlorener Zeit nicht möglich.
Narvik (NOR). Junioren-Weltmeisterschaften. Männer, Super-G
Gold: Victor Haghighat (FRA)
Silber: Sandro Manser (SUI)
Bronze: Jake Kertesz-Knight (CAN)
Resultate: 1. Victor Haghighat (FRA) 40,36. 2. Sandro Manser (SUI) 0,03 zurück. 3. Jake Kertesz-Knight (CAN) 0,21. 4. Jeremy Nolting (USA) 0,33. 5. Aksel Lindenmeyr (USA) 0,53. 6. Sebastian Espen Bengston (NOR) 0,61. 7. Mattias Wilson (USA) 0,68. 8. Felix Rösle (GER) 0,74. 9. Matthias Fernsebner (AUT) 0,81. 10. Nash Huot -Marchand (FRA) 0,82. 11. Glauco Antonioli (ITA) 0,89. 12. Moritz Zudrell (AUT) 0,90. 13. Alex Krupka (USA) 0,91. 14. Charlie Woodbridge (FRA) 0,98. 15. Aleix Aubert Serracanta (ESP) 0,99. 16. Luca Ruffinoni (ITA) 1,05. 17. Simon Widmesser (GER) 1,07. 18. Michael Huber (GER) 1,19. 19. Attila Eberhard Banyai (HUN) 1,31. 20. Robert Clarke (SUI) und William Haellqvist (SWE) je 1,32. 22. Stephan Koch (AUT) 1,37. 23. Tim Ranner (AUT) 1,44. 35. Aurelio Wyrsch (SUI) 2,01. – Ausgeschieden (u.a.): Jack Spencer (SUI), Benno Brandis (GER), Thomas Chaix (FRA), Magnus Brevik (NOR), Pietro Broglio (ITA), Tomas Deambrogio (ITA), Nicolas Quintero (DNF). – 67 Fahrer am Start, 52 klassiert.
Stand nach dem Super-G für die Team-Kombi: 1. FRA2 (Victor Haghighat/Nash Huot-Marchand) 40,36. 2. SUI1 (Sandro Manser/Giuliano Fux) 0,03 zurück. 3. USA3 (Aksel Lindenmeyr/Jevin Palmquist) 0,53. 4. NOR1 (Sebastian Espen Bengston/Rasmus Bakkevig) 0,61. 5. USA4 (Mattias Wilson/Jeremy Nolting) 0,68. 6. GER1 (Felix Rösle/Benno Brandis) 0,74. 7. AUT1 (Matthias Fernsebner/Moritz Zudrell) 0,81. 8. ITA3 (Clauco Antonioli/Enrico Valentino Zucchini) 0,89. 9 USA2 (Alex Krupka/Maximilien Hoder) 0,91. 10. ITA2 (Luca Ruffinoni/Lorenzo Gerosa) 1,05.

Das Schweizer Team feiert den „silbernen“ Sandro Manser. – Foto: zvg / Swiss Ski
Die Junioren-Weltmeisterinnen/-Weltmeister 2026
Abfahrt: keine Rennen durchgeführt
Super-G: Victor Haghighat (FRA) / Emy Charbonnier (FRA)
Riesenslalom: offen / offen
Slalom: offen / offen
Team-Kombi: offen / Charbonnier/Charbotel (FRA)
Team-Event: offen
Der Medaillenspiegel der 45. Junioren-Weltmeisterschaften in Narvik
1. Frankreich 3/0/0
2. Italien 0/1/0
2. USA 0/1/0
2. Schweiz 0/1/0
5. Österreich 0/0/2
6. Kanada 0/0/1
Das Renn-Programm der 45. Junioren Weltmeisterschaften in Narvik
9. März: Super-G und Team-Kombi Männer
11. März: Team-Parallel-Event
12. März: Riesenslalom Frauen
13. März: Riesenslalom Männer
14. März: Slalom Frauen
15. März: Slalom Männer
Die Junioren-Weltmeisterinnen/-Weltmeister 2025
Abfahrt: Felix Rösle (GER) / Stefanie Grob (SUI)
Super-G: Benno Brandis (GER) / Jasmin Mathis (SUI)
Riesenslalom: Flavio Vitale (FRA) / Giorgia Collomb (ITA)
Slalom: Theodor Braekken (NOR) / Cornelia Oehlund (SWE)
Team-Kombi: Chaix/Skabar (FRA) / Bürgler/Falch (AUT)
Team-Event: Frankreich