Chiara Gmür sagt dem Leistungssport adieu

17.09.2018

Chiara Gmür beendet ihre Laufbahn als Leistungssportlerin. Die Technik-Spezialistin aus dem Kanton St. Gallen hat sich nicht zuletzt wegen den zuletzt erlittenen Verletzungen für den Rücktritt entschieden.

Chiara Gmür – der nächste Rücktritt ist bekannt. – Foto: GEPA pictures

Eine Karriere mit Höhen und Tiefen geht früh zu Ende. Chiara Gmür hat via Instagram das Ende ihrer Laufbahn als Leistungssportlerin mitgeteilt. „Für mich ist es ‚time to say goodbye““, schreibt die 25 Jahre alte Sankt Gallerin ihren Fans. Und weiter: „Es war eine unglaublich schöne Zeit, die ich als Skirennfahrerin erleben konnte. Ich schaue auf viele schöne Momente zurück, leider auch auf einige Rückschläge mit Verletzungen. Diese bringen mich zum Entschluss, mit dem Leistungssport aufzuhören.“

Irgendwie sinnbildlich für Gmürs  Karriere waren die Jahre 2015 und 2016, In Aspen durfte die Slalom-Spezialistin im November 2015 ihre ersten beiden Weltcup-Rennen bestreiten, wenige Wochen später, Anfang Januar 2016, konnte Chiara Gmür als 20. im Slalom von Santa Caterina ihre ersten (und letztlich einzigen) Weltcup-Punkte gewinnen und Anfang Februar 2016 durfte sie in Pamporovo (Bulgarien) den ersten (und einzigen) Sieg in einem Europacup-Slalom feiern. Im selben Monat aber folgte der Rückschlag: Bruch beim linken Knöchel-Ansatz zum Schien- und Wadenbein – vorzeitiges Saisonende. Operation, Reha, Vorbereitung auf das Comeback und dann im Dezember der nächste Tiefschlag: Schienbeinfraktur am linken Innenknöchel. Die Saison 2016/17 hatte gerade mal zwei Rennen gedauert. 2017/18 das nächste Comeback. Im Europacup aber bleiben die Resultate weitgehend aus und am Ende des Winters verliert Chiara Gmür die Kaderzugehörigkeit bei Swiss Ski.

Eine Situation, wie sie die Sankt Gallerin bereits 2012 erlebt hatte. Damals verlor sie nach zwei Jahren und wegen anhaltenden Rückenproblemen den C-Kader-Status. Mit intensiver Therapie und grossem Trainingsaufwand kämpfte sich Chiara Gmür zurück und schaffte 2015 den Sprung zurück ins B-Kader des nationalen Verbandes. „Ich weiss, welchen Aufwand und wie viel Energie es braucht, um den Anschluss wieder zu finden“, so Chiara Gmür gegenüber skinews.ch. Womöglich hätte sie sich dieser Aufgabe auch erneut gestellt, wenn nicht die Schmerzen ihr ständiger Begleiter gewesen wären. „Schmerzfreies Skifahren oder trainieren ist einfach nicht möglich gewesen, der linke Fuss hat nicht mitgemacht. Es fühlt sich an, als hätte ich zwei völlig verschiedene Füsse, und so konnte es nicht weiter gehen.“ Zudem sei es aufgrund der Schmerzen auch schwierig geworden, die nötige Motivation für das Training aufzubringen.

Nach dem vorzeitigen Ende der Saison 2017/18 – Schuld war erneut der Rücken – habe sie sich erste Überlegungen über das mögliche Ende der Karriere gemacht. „Die Ärzte haben mir zu diesem Zeitpunkt abgeraten, weiterhin Leistungssport zu betreiben. Aber aus der Emotion heraus wollte ich keine Entscheidung treffen“, so Gmür. Im Sommer aber haben sich dann aber die Gefühle und Gedanken zum Rücktrittsentscheid geformt. Beruflich werde sie sich nun Zeit lassen, sagt die ausgebildete kaufmännische Angestellte. In den letzten Monaten habe sie im Gastgewerbe ausgeholfen und womöglich werde sie als nächstes einige Zeit mit Reisen verbringen. „Danach schaue ich dann weiter“, so Gmür, die ob all dem Umschönen die Zuversicht nicht verloren hat.

peg

Folgende Fahrerinnen und Fahrer haben ihre Karrieren jüngst beendet:

Chiara Gmür, Fernando Schmed, Denise Feierabend, Manuel Pleisch, Amaury Genoud, Matthias Brügger, Bernhard Niederberger, Beatrice Scalvedi, Mirena Kung (alle Schweiz), Michaela Kirchgasser, Carmen Thalmann, Patrick Schweiger, Lisa-Maria Zeller, Julia Gruenwald (alle Österreich), Kajsa Kling, Maria Pietilä Holmner, Lisa Blomqvist (alle Schweden), Stacey Cook, Julia Mancuso, Megan McJames, Bode Miller, Tim Jitloff, Andrew Weibrecht, Nolan Kasper, David Chodounsky (alle USA), Patrick Thaler, Verena Stuffer, Manuela Moelgg, Florian Eisath. Antonio Fantino, Cristian Deville, Nicole Agnelli, Lisa Agerer (alle Italien), Veronika Velez-Zuzulova, (Slowakei), Jeffrey Frisch (Kanada), Andrej Sporn, Rok Perko (beide Slowenien), Guillermo Fayed, Marie Massios, Anouk Bessy, Elie Gateau (alle Frankreich), Elisabeth Willibald, Phillip Schmid, Heiner Längst (alle Deutschland), Jan Hudec (Tschechien), Edit Miklos (Ungarn), Marcus Sandell (Finnland).

 

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